Fahrfreude

Probefahrt im MINI John Cooper Works GP

2. Juni 2020

Probefahrt im MINI John Cooper Works GP

Um genau zu sein der zweite seiner Art, ein GP2 wie ihn die Fans heute nennen. Zu jedem Mini Modell, seit BMW die Marke übernommen hat, entsteht zum Ende des Modellzyklus ein GP, ein auf 2000 Stück limitierter John Cooper Works (JCW) mit mehr Leistung und viel Aerodynamik. Ein Go-Kart mit Youngtimer-Potential.

Ich war zugegebenermaßen nie ein großer MINI-Fan, die steile Frontscheibe, der verspielte Innenraum und das Frauen-Image hat bei mir dafür gesorgt, dass die restlichen Eigenschaften untergegangen sind. Geändert hat das dieser GP2 vor einigen Wochen. Kein Navi, kein Multifunktionslenkrad, nichtmal einen Heckscheibenwischer, selbst dieser wurde weggelassen. Dafür Handschaltung, Heckspoiler aus Carbon, Unterboden Diffusor und ein Gewindefahrwerk, beste Zutaten für einen leichten Sportler.

Bevor wir mit dem Hyundai i30 Fastback N im Schwarzwald waren, waren wir mit dem GP2 auf Streckenschau. Die vielen engen Straßen und Spitzkehren verschlingt er ohne eine Miene zu verziehen. Eben wie ein Straßen Go-Kart, liegt der Mini auf den Straßen und das trotz den inzwischen montierten Straßenreifen. Ab Werk wird dieser mit Semi Slick Bereifung ausgeliefert. Lediglich die Beifahrerin könnte ins Geschehen eingreifen, denn eine Rückbank gibt es aus Gewichtsgründen nicht. Dafür ziert eine Querstange in typischen Rot der Akzentteile den Kofferraum und sorgt für mehr Steife der Karosserie oder auch dafür, dass kein Gepäck einem in den Rücken fliegt, wenn man mal sportlich an eine Kurve herran bremst. Natürlich ist auch im Motorraum noch zusätzlich eine Domstrebe verbaut, welche die Versteifung des Vorderwagens übernimmt.

2012 präsentierte MINI den zweiten John Cooper Works GP in Südfrankreich im Rahmen von “MINI United”. Für knapp 37.000 Euro bekam man dann einen auf 2000 Einheiten limitierten JCW mit 218PS. Diese sind meist schneller vergriffen als der MINI in 6,3 Sekunden beschleunigt.

In einer Weisheit heißt es: “Willst du was gelten, mach dich selten!” Das nimmt der GP ernst. Leider hat es trotz nur 2000 Stück nicht für eine fortlaufende Nummerierung gereicht, sondern lediglich für dem Schriftzug “1 of 2000” auf der Einstiegsleiste und dem Handschuhfach. Kenner wissen allerdings, dass jeder GP2 ins Geheim doch eine fortlaufende Nummer hat, diese kann allerdings nur über MINI UK erfragt werden und ist leider nicht im oder am Fahrzeug vermerkt wie es bei GP1 und GP3 der Fall ist.

Ein Schmankerl was nicht unerwähnt bleiben darf ist die Bremse. Beim ersten Bremsen dachte “Mensch, der bremst aber gut!”, man merkt wie wenig ich mich vorher mit dem GP2 beschäftigt habe. Tatsächlich stecken dahinter 330er-Bremsscheiben samt Sechskolbensätteln, welche sich der GP2 aus dem BMW Regal gegriffen hat. Eigentlich gehören diese Bremsen in den BMW 135i.

Auch für die Rennstrecke ist der GP2 geeignet, doch sollte man solch eine Rarität dort wirklich bewegen? An dieser Frage spalten sich nun die Meinungen. Gerüstet ist der GP2 ganz sicher für diesen Einsatz, den als besonderes Feature kann das Fahrzeug in den sogenannten „GP Mode“ versetzt werden. Diesen gibt es auch nur exklusiv für den GP. Im Endeffekt ist der GP Mode eine angepasste Stufe des elektronischen Stabilitätsprogramms (DTC), dieser erlaubt mehr Wheel spin und aktiviert ein Bremsenbasiertes eletronische Schlupfdifferenzial. So lässt sich der GP2 dann für fortgeschrittene Fahrer bewegen. Also so ähnlich wie es bei den Mercedes AMG Modellen den ESP Sport Handling Mode gibt.

Ob der bereits vorgestellte GP3 – den es übrigens nur noch mit Automatik gibt – das Erbe ehrenvoll fortführen kann? Wir werden sehen und hoffentlich auch fahren.

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