Fahrfreude

Eine Geburtstagstour in den Schweizer Alpen mit dem Abarth 695 70° Anniversario

30. August 2020

Eine Geburtstagstour in den Schweizer Alpen mit dem Abarth 695 70° Anniversario

Wie der Titel schon verrät, hat sich die Firma Abarth bereits seit 70 Jahren dem sportlichen Fahren verschrieben. Passend zum Geburtstag brachte man daher ein Sondermodell auf Basis des bereits legendären Fiat 500 auf den Markt, den Abarth 695 70° Anniversario. Ob der kleine Flitzer mit vielen Spitznamen sich in den Schweizer Alpen so italienisch gezeigt hat wie seine Herkunft? Wir haben es für euch erfahren!

Giftzwerg, Kanonenkugel oder Kugelblitz, der nur etwas über eine Tonne schwere Kleinwagen aus Turin hat einige Spitznamen erhalten in den paar Tagen in denen wir ihn hatten. Letztes Jahr feierte die Marke Abarth siebzigsten Geburtstag, ein guter Anlass, ein auf 1949 Einheiten limitiertes Sondermodell auf den Markt zu bringen. Es trägt den Namen: Abarth 695 70° Anniversario.

Über das Sondermodell

Als besondere Merkmale erkennt man den Anniversario an der Farbe Monza 1958 und an den abgesetzten Verbreiterung, das sogenannte “KIT ESTETICO 70° ANNIVERSARIO”. Seitenschweller und Kotflügel sind dadurch in Campovolo Grau gehalten. Außerdem gibt es einen in manuell einstellbaren Heckflügel. Die Farbe hat bei Abarth eine lange Tradition, denn die ersten 500 Abarth-Fahrzeuge wurden in genau dieser Farbe ausgeliefert. Der „Spoiler ad Assetto Variabile“ wurde im FCA-Windkanal in Orbassano (Turin) getestet. Der Spoiler lässt sich wie beim Rennfahrzeug manuell mit einem Inbusschlüssel während eines kurzen Boxenstops einstellen, in 12 Stufen zwischen 0° und 60°. In der maximalen Neigungsposition (60°), erhöht der Spoiler bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h die aerodynamische Belastung — laut Pressemitteilung sogar um bis zu 42 Kilogramm.

Aus historischen Gründen wurde beim Abarth 695 70° Anniversario neben der Außenfarbe in grün auch eine aktive Record Monza Auspuffanlage verbaut. Als Motor kommt das stärkste Aggregat von Abarth zum Einsatz, ein 1,4-Liter-Turbomotor, welcher 180 PS leistet und bei 3000 Umdrehungen pro Minute ein Drehmoment von 250 Nm auf die Straße bringt. Ebenfalls zur Serienausstattung gehört die leistungsstarke Brembo-Bremsanlage mit Vierkolben-Aluminium-Bremssätteln und 305-mm-Scheiben vorne, beziehungsweise mit 240-mm-Scheiben hinten.

Technische Daten

Technische Daten
Grundpreis33.690,00 Euro
Motor / Hubraum4-Zylinder mit 1368ccm
Leistung132 kW (180 PS)
bei 3.000 U/min
Beschleunigung 0-100 km/h6,7 s
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Verbrauch6,7 l/100km
Außenmaße3.657 x 1.647 x 1.485 mm
Kofferraumvolumen185 bis 550 l

Der Anniversario in den Schweizer Alpen

So eine „Pocket Rocket“ will natürlich auch artgerecht bewegt werden. Um das volle Potential des kleinen Italo-Renners auszuschöpfen, war unser Ziel die Schweizer Alpen mit einem kleinen Abstecher ins Land der Pizza und Pasta.

Kurviger-Link: https://kurv.gr/g6DQD

Eine abwechslungsreiche Tour durch die Schweizer Alpen. Als primäres Ziel dieses Jahr stand der San Bernardino-Pass auf dem Plan. Erstes Tagesziel war Andermatt, was sich aus Süddeutschland ideal mit einer Runde über Sustenpass, Grimselpass und Furkapass verbinden lässt. Eine Runde die in Dichte an Kurven und bzgl. Schönheitsfaktors definitiv nicht viele Mitbewerber hat. Wir sind diese Runde bereits 2017 mit dem Porsche Carrera S gefahren, mit dem Abarth hat es aber nicht weniger Spass gemacht.

Durch das serienmßige TTC (Torque Transfer Control) und das optionale mechanische Sperrdifferential „Abarth D.A.M.“ zieht sich der 695 wirklich durch jede enge Kehre und muss sich Keineswegs vor Fahrzeugen mit 300+ PS verstecken. Ganz im Gegenteil, durch seine Wendigkeit und das geringe Gewicht, kann man ihn wunderbar als Passrakete nutzen.

Das Fahrwerk ist straff aber nicht zu hart. Die Lenkung direkt aber nicht hakelig. Es ist wieder der Beweis, dass man bei Abart das legendäre Motto des Firmengründers Carlo Abarth spektakulär umgesetzt hat:

Sonntag auf der Strecke, Montag auf dem Weg ins Büro

Carlo Abarth

Trotz der doch teilweise sehr sportlicher Fahrweise, konnten wir auch bei über 1000km Strecke den Verbrauch zwischen 7 und 8 Litern fest einpendeln. Man braucht sich also keine Sorgen machen, hier wirklich ernsthaft Richtung 10 Liter Verbrauch zu kommen, was bei anderen aufgeblasenen Kleinwagen nicht selten vorkommt.

Wie schon erwähnt, wurde dem Kugelblitz eine aktive Record Monza Auspuffanlage spendiert. Einmal den Sportknopf im Innenraum betätigt hört sich der Kleine gleich wie ein ganz Großer an. Allerdings hält der schöne und kernige Sound nicht sehr lange an, denn kaum hat man Schrittgeschwindigkeit erreicht, macht die Klappe wieder zu und nimmt einem das schöne Klangerlebnis wieder weg. Der 695 verstummt dann quasi komplett, bis der ab 60km/h wieder ein Feuerwerk veranstalten kann. Laut verschiedenen Fan-Communities ist dies der neuen Euro 6d-Temp-Verordnung geschuldet. Mein persönlicher Wunsch wäre, man könnte den Sound gerne in jedem Geschwindigkeitsbereich hören, denn im Stand klingt die Auspuffanlage so genial, dass wir gerne auch mal freiwillig an einer Kreuzung bis auf Stillstand abgebremst haben, um den tollen Sound beim anfahren zu hören.

Innenraum

Im Innenraum hat man mit kleineren und größeren Details darauf geachtet, dass der Rennsportflair sich weiter durchzieht. Schalensitze von Sabelt in der Farbe “Tricolore” verleihen stabilen Seitenhalt. Die Sitze bieten höchsten Komfort und trotzdem ein unvergleichlich sportliches Fahrerlebnis. Das Kombiinstrument ist mit Alcantara bezogen und der Schalthebel in Form einer Kugel aus Aluminium erinnert an die alten Tage.

Um eine wirklich gute und sportliche Sitzposition zu haben, muss der Sitz für meinen Geschmack relativ weit nach vorne, dann wird allerdings jedes Ein- und Aussteigen zur Prozedur.

Aber neben dem ganzen sportlichen Look gibt es auch einige Annehmlichkeiten, die man heute einfach nicht mehr vermissen möchte, z.B. Navigation mit Blitzerwarner (zumindest in Italien), Apple Carplay, elektrische Fensterheber, uvm. Hingegen sind die Getränkehalter durch die Schalensitze nur sehr schwer erreichbar und einen richtigen Ablageplatz für das Smartphone in der Nähe des USB-Anschluss gibt es auch nicht.

Gesamteindruck

Insgesamt bietet der Abarth 695 70° Anniversario eine gute Balance zwischen kompromisslosem Sportler und Alltagstauglichkeit. Eben ganz getreu dem Motto des Firmengründers. Es handelt sich auch um ein ganz besonderes Sondermodell mit dem man definitiv Blicke auf sich zieht. Nach einer Woche, in der wir den Testwagen hatten, konnte ich mir gut vorstellen, den Kleinen einfach zu behalten, denn der nächste Pass kommt bestimmt.

100% Original und Sammlerzustand. Schreibe mir oder folge mir auf Facebook, Twitter oder Instagram.
One Comment
  1. […] unserem Trip mit dem Abarth 695 70° Anniversario, haben wir in Andermatt übernachtet und uns das Hotel Radisson Blu Hotel Reussen Andermatt […]

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.